Der Schallwellenvibrator Lelo Sona 3 Cruise im Test

Caroline – Autorin des Artikels
Autor: Caroline

Der Lelo Sona 3 Cruise gehört zu den Sexspielzeugen, die nicht mit klassischer Vibration arbeiten, sondern auf berührungslose Stimulation setzen. Er nutzt die sogenannte Schallwellentechnologie, bei der sanfte Luftdruckimpulse die Klitoris ohne direkten Kontakt stimulieren. Das soll für ein besonders intensives Empfinden sorgen und dabei angenehmer und weniger überreizend sein als die Stimulation eines klassischen Vibrators.

Das Prinzip dürfte vielen bereits von den inzwischen weit verbreiteten Druckwellenvibratoren bekannt sein. Doch funktioniert die Schallwellentechnologie des Lelo Sona 3 Cruise genauso gut oder gibt es Unterschiede? Dieser Frage möchte ich in diesem Erfahrungsbericht nachgehen. Außerdem zeige ich dir, wie das Toy angewendet wird und verrate, für wen sich der Kauf lohnt.

Lelo Sona 3 Cruise
Lelo Sona 3 Cruise
  • Berührungslose Stimulation
  • Mit App-Steuerung
  • Bis zu 2 Stunden Akkulaufzeit
  • 10 Modi + 16 Intensitätsstufen
  • Sehr leise
  • Weiche Silikonoberfläche
  • Wasserdicht (IPX7)
15% Rabattcode: 15LTQ

Unboxing & erster Eindruck

Verpackung des Lelo Sona 3 Cruise

Der Lelo Sona 3 Cruise wird in einer edlen schwarzen Verpackung mit Sichtfenster geliefert. Das Design ist insgesamt schlicht gehalten, was mir persönlich ganz gut gefällt. Neben dem Toy selbst befinden sich auch ein USB-Ladekabel, ein Aufbewahrungsbeutel aus Satin, eine Gleitgelprobe, eine Garantiekarte sowie eine Kurzanleitung in der Verpackung.

Lieferumfang des Lelo Sona 3 Cruise

Der Lelo Sona 3 Cruise ist 11,2 cm lang und 5,5 cm breit und damit weder zu groß noch zu klein. Zusammen mit der ergonomischen Form sorgt das für einen sehr guten Halt. Das Gehäuse besteht größtenteils aus einem samtweichen Silikon, das sich ausgesprochen hochwertig anfühlt. Weniger gut gefällt mir die Kunststoffrückseite. Einen echten Vorteil gegenüber einer vollständig mit Silikon überzogenen Rückseite kann ich nicht erkennen. Im Gegenteil, für mich wirkt der Kunststoff eher etwas billig.

Rückseite des Lelo Sona 3 Cruise mit geriffelter Kunststoffoberfläche
Lelo baut bei einigen seiner Silikontoys nach wie vor Kunststoffelemente ein.

Bevor ich zu meiner Bewertung komme, möchte ich dir zunächst alles zeigen, was du vor der ersten Anwendung wissen solltest.

Anleitung zum Lelo Sona 3 Cruise

In den folgenden Abschnitten zeige ich dir, wie der Lelo Sona 3 Cruise verwendet wird, vom Laden bis zur App-Steuerung. Außerdem erkläre ich die wichtigsten Begriffe, die einem auf der LELO-Website und in der App begegnen.

Aufladen

Zum Aufladen wird der DC-Stecker einfach in die Buchse am Gerät gesteckt und das andere Ende des Kabels mit einem USB-Anschluss verbunden. Das mitgelieferte Ladekabel fällt allerdings recht kurz aus und hätte aus meiner Sicht gerne etwas länger sein dürfen.

Lelo Sona 3 Cruise beim Laden
Während des Ladevorgangs blinken die Bedientasten, und sobald der Akku voll ist, leuchten sie dauerhaft. Ladezeit: ca. 2 Stunden.

Blinken die Bedientasten dagegen während der Benutzung, weist das darauf hin, dass der Akku fast leer ist und bald aufgeladen werden sollte. Wer die App nutzt, kann den Akkustand jederzeit in der oberen rechten Ecke einsehen.

Kurze Begriffserklärung

Auf der LELO-Website begegnen einem einige Begriffe, mit denen nicht unbedingt jeder sofort etwas anfangen kann. Auch die Erklärungen des Herstellers lassen teilweise offen, was sie für die tatsächliche Nutzung bedeuten. Damit bei der Bedienung später keine Unklarheiten aufkommen, schauen wir uns das vorher kurz an.

  • SenSonic-Technologie: Das ist im Grunde nur LELOs Bezeichnung für die Stimulationsmethode. Gemeint ist die Schallwellen-Technologie zur berührungslosen Klitorisstimulation.
  • Cruise Control-Technologie: Laut Lelo handelt es sich dabei um eine Leistungsreserve. Drückt man den Stimulationskopf fester gegen die Haut, soll die Intensität automatisch angepasst werden. Was genau dahintersteckt und ob das in der Praxis wirklich funktioniert, erfährst du weiter unten in meiner Bewertung.
  • SmoothRise-Technologie: Diese Funktion wurde erstmals mit dem Sona 3 Cruise eingeführt. Sie sorgt für fließendere Übergänge zwischen den Intensitätsstufen. Das heißt, beim Wechsel der Intensitätsstufen gibt es jetzt keine abrupten Sprünge mehr.
  • Love Bridge-Funktion: Das ist eine App-Funktion, nämlich die Fernsteuerung über das Internet durch eine andere Person.
  • Finish Me Off / Out Of Control: Das sind zwei spezielle Modi, die nur in der App verfügbar sind. Im Grunde handelt es sich um automatische Programme, also längere Abläufe, bei denen sich Intensität und Rhythmus im Verlauf verändern.

Bedienung ohne App

Die drei Bedientasten des Lelo Sona 3 Cruise
Die Bedienung erfolgt über drei Tasten.

Zum Einschalten hältst du entweder die Plus-Taste oder die mittlere Taste einige Sekunden gedrückt. Nach dem Einschalten blinken die Tasten kurz auf. Der Motor startet dabei noch nicht, sondern erst wenn du einen Modus auswählst.

Sollte sich beim Drücken der Tasten nichts tun, ist das Gerät wahrscheinlich gesperrt. In diesem Fall hältst du einfach die Plus- und Minus-Tasten gleichzeitig gedrückt, um die Tastensperre aufzuheben.

Zwischen den insgesamt 10 Modi wechselst du durch kurzes Drücken der mittleren Taste. Der erste Modus arbeitet ohne Rhythmuswechsel, die übrigen neun mit verschiedenen Stimulationsmustern. Auf der LELO-Website heißt es außerdem, dass sich in der App zwei weitere Modi freischalten lassen. Das klingt für mich allerdings so, als wären sie danach auch ohne App verfügbar. Das ist jedoch nicht der Fall. Tatsächlich lassen sie sich ausschließlich in der App nutzen.

Die Intensität passt du mit den Plus- und Minus-Tasten an. Du kannst sie entweder durch kurzes Drücken stufenweise verändern oder die jeweilige Taste gedrückt halten, bis die gewünschte Intensität erreicht ist. Lelo verrät weder auf der Website noch im Handbuch, wie viele Intensitätsstufen der Sona 3 Cruise besitzt. Es sind insgesamt 16 Stufen.

Jeder Tastendruck wird durch ein hörbares Klickgeräusch und ein kurzes Aufleuchten der Tasten bestätigt.

Beachte übrigens, dass sich der Sona 3 Cruise nach 20 Minuten Inaktivität automatisch ausschaltet, um den Akku zu schonen. Dieser Wert kann in der App geändert werden.

Bedienung mit App

Lade dir zunächst die Lelo-App herunter. Im Play Store findest du sie einfach unter dem Namen „Lelo“.

Starte nun die App und aktiviere Bluetooth auf deinem Smartphone. Bevor du loslegen kannst, musst du ein Benutzerkonto erstellen. Tippe nach der Registrierung unten in der Menüleiste auf „Meine Spielzeuge“ und wähle „SONA-Series“ aus. Danach wirst du aufgefordert, den Sona 3 Cruise einzuschalten. Die App startet automatisch die Suche nach dem Gerät. Sobald es gefunden wurde, musst du zur Bestätigung der Kopplung noch einmal die mittlere Taste drücken.

Drei Screenshots der Lelo-App mit den einzelnen Schritten zur Kopplung des Lelo Sona 3 Cruise
Die Kopplung des Lelo Sona 3 Cruise mit der App erfolgt in wenigen Schritten.

Jetzt tippst du auf „Spielen“, wo dir drei Arten der Echtzeitsteuerung zur Verfügung stehen: Screwing, Shaking und Boring. In allen drei Varianten wählst du zunächst den gewünschten Modus aus und steuerst die Intensität anschließend entweder durch Drehen des Smartphones um seine Längsachse, durch Schütteln oder über die auf dem Bildschirm abgebildete Fernbedienung.

Screenshots der Lelo-App mit drei verschiedenen Steuerungsmodi
Die drei verschiedenen Modi zur Live-Steuerung in der App

Beim Steuerungsmodus „Boring“ dachte ich zunächst, dass damit die Plus- und Minus-Tasten am Gerät gemeint sind. Tatsächlich muss man aber die Plus- und Minus-Tasten auf dem Bildschirm antippen. Außerdem finde ich den Namen „Boring“ nicht besonders treffend. „Manual“ wäre aus meiner Sicht deutlich passender gewesen.

Über den Reiter „Fortgeschrittener Modus“ am oberen Bildschirmrand gelangst du zu den beiden automatischen Programmen Finish Me Off und Out Of Control.

Um die Love Bridge-Funktion zu nutzen, musst du die Echtzeitsteuerung verlassen und zur Startseite zurückkehren. Tippe dann unten in der Menüleiste auf „Love Bridge“. Dort kannst du einen Raum erstellen und den Einladungscode an deinen Partner oder deine Partnerin senden, damit er oder sie den Sona 3 Cruise über das Internet steuern kann.

Benutzung

Die Anwendung ist im Grunde dieselbe wie bei einem Druckwellenvibrator. Für Anfängerinnen empfiehlt es sich, zunächst die niedrigste Intensitätsstufe einzustellen und den Stimulationskopf erst danach auf die Klitoris aufzusetzen. So lässt sich leichter herausfinden, ob er richtig positioniert ist. Dabei solltest du nicht zu viel Druck ausüben, da sich sonst die Cruise-Control-Funktion einschaltet und die Intensität verändert wird.

Vergiss nicht, ein wasserbasiertes Gleitgel zu verwenden. Dadurch lässt sich der Stimulationskopf leichter über die Haut bewegen.

Meine Bewertung des Lelo Sona 3 Cruise

Mein Gesamteindruck vom Lelo Sona 3 Cruise fällt überwiegend positiv aus. An Materialqualität, Verarbeitung und Handhabung gibt es aus meiner Sicht wenig auszusetzen, weshalb ich mich im Folgenden auf die Punkte konzentrieren werde, die wirklich entscheidend sind.

Intensität

Im direkten Vergleich mit Luftdruckstimulatoren anderer Marken, etwa von Womanizer oder Satisfyer, fällt die niedrigste Intensitätsstufe des Lelo Sona 3 Cruise deutlich stärker aus. Das heißt, wer eine besonders sanfte Stimulation bevorzugt, sollte diesen Punkt vor dem Kauf berücksichtigen. Das ist allerdings nur mein persönlicher Eindruck. Das Intensitätsempfinden ist von Frau zu Frau natürlich unterschiedlich. Eine Freundin von mir empfand die erste Intensitätsstufe zum Beispiel als angenehm sanft.

Worin wir uns aber beide einig waren, ist, dass der Sona 3 Cruise auf den höheren Intensitätsstufen zu den stärksten Klitorisstimulatoren gehört, die wir bisher getestet haben.

Cruise-Control-Funktion

Laut Lelo erhöht die Cruise-Control-Funktion die Intensität automatisch, sobald der Stimulationskopf stärker gegen die Haut gedrückt wird. In meinem Test konnte ich jedoch keine spürbare Intensitätssteigerung feststellen. Daher halte ich diese Beschreibung für etwas missverständlich.

Meiner Einschätzung nach zielt die Funktion auf etwas anderes ab. Viele Nutzerinnen drücken einen Luftdruckstimulator unbewusst fester auf, wenn sie sich dem Orgasmus nähern, weil sie dadurch kurzfristig eine intensivere Stimulation erreichen möchten. Bei dieser Art von Sextoys führt ein stärkeres Andrücken jedoch häufig zum gegenteiligen Effekt: Die Stimulation wird schwächer, weil die Druckkammer bzw. die Membran darin nicht mehr optimal arbeiten kann. Genau hier scheint die Cruise-Control-Funktion anzusetzen. Erkennt das Gerät einen stärkeren Anpressdruck, erhöht es automatisch die Motorleistung, um die eingestellte Intensität aufrechtzuerhalten. Es geht also weniger darum, die Stimulation zu verstärken, sondern vielmehr darum, den entstehenden Leistungsverlust auszugleichen.

Soweit ich das beurteilen kann, funktioniert das im Wesentlichen ganz gut. Mir ist allerdings aufgefallen, dass der Motor auf den niedrigen Intensitätsstufen gelegentlich kurz stockt, wenn man das Gerät stärker andrückt, viel bewegt oder während der Anwendung kurz abnimmt und wieder aufsetzt. Sollte das bei dir ebenfalls passieren, liegt das also vermutlich an der Cruise-Control-Funktion und nicht daran, dass dein Gerät defekt ist.

Persönlich finde ich diese Funktion eher störend. Wenn ich eine stärkere Stimulation möchte, erhöhe ich einfach die Intensität. Da ich den Sona ohnehin meist auf den mittleren Intensitätsstufen nutze, bleibt mir nach oben noch ausreichend Spielraum. Die Cruise-Control-Funktion lässt sich auch leider nicht deaktivieren.

App-Steuerung

Da die App keinen besonders großen Funktionsumfang hat, ist sie recht übersichtlich aufgebaut, sodass man sich schnell zurechtfindet. Positiv ist außerdem, dass die Bluetooth-Verbindung durchgehend stabil blieb.

Weniger überzeugen konnten mich die Steuerungsmethoden „Drehen“ und „Schütteln“. Zumindest auf meinem Samsung-Galaxy-Smartphone haben sie nicht zuverlässig funktioniert. Der Sona reagierte dabei nicht wie erwartet, und ich bin nie über Intensitätsstufe 11 hinausgekommen, egal wie stark ich das Smartphone schüttelte oder drehte. Davon abgesehen erschließt sich mir der praktische Nutzen dieser Steuerungsmethoden ohnehin nicht. Selbst wenn sie zuverlässig funktionieren würden, stelle ich mir die Bedienung während der Anwendung eher umständlich und ablenkend vor.

Die beiden zusätzlichen Programme „Finish Me Off“ und „Out Of Control“ hinterlassen bei mir einen gemischten Eindruck. Sie können einen zwar durchaus zum Orgasmus führen, eignen sich aber erst, wenn man bereits ausreichend erregt ist. Für den Beginn der Anwendung sind sie aus meiner Sicht schlicht zu intensiv. Hinzu kommt, dass die ständigen Wechsel von Rhythmus und Intensität nicht allen gefallen dürften. Ich kann mir gut vorstellen, dass sie viele Frauen eher aus dem Takt bringen.

Lautstärke

Insgesamt würde ich den Lelo Sona 3 Cruise als sehr leise bezeichnen. Ungewöhnlich ist allerdings, dass er etwas lauter wird, sobald der Stimulationskopf auf der Haut aufliegt. Bei Luftdruckstimulatoren ist normalerweise eher das Gegenteil der Fall. Trotzdem bleibt er auch dann noch ziemlich leise. Wenn die Zimmertür geschlossen ist, hört man den Sona von außen nicht.

Für wen eignet sich der Lelo Sona 3 Cruise?

Wer zum ersten Mal einen kontaktlosen Stimulator kaufen möchte, egal ob Druckwellen- oder Schallwellenvibrator, sollte meiner Meinung nach eher zu einem Modell greifen, das einen sanfter an diese Art der Stimulation heranführt, wie etwa der Womanizer Next. Beim Sona 3 Cruise fällt die Stimulation bereits auf den niedrigen Intensitätsstufen vergleichsweise intensiv aus, weshalb er für Einsteigerinnen nicht die beste Wahl ist.

Hast du dagegen bereits Erfahrung mit Luftdruckstimulatoren und suchst ein Modell mit kräftigerer Stimulation, dürfte der Sona 3 Cruise genau das Richtige für dich sein. Hinzu kommt die vergleichsweise kleine Öffnung des Stimulationskopfs, die eine besonders gezielte Stimulation ermöglicht.

Nahaufnahme der Öffnung des Stimulationskopfs des Lelo Sona 3 Cruise
Die Öffnung des Stimulationskopfs misst 1,1 cm im Durchmesser.

Dank der App-Steuerung ist der Sona 3 Cruise außerdem auch für Paare sehr interessant. Sie können ihn entweder ins Vorspiel integrieren oder über größere Entfernungen hinweg steuern, wenn sie sich gerade an unterschiedlichen Orten befinden. Bei der Solo-Nutzung bietet die App für mich allerdings keinen echten Mehrwert.

Der Sona 3 Cruise eignet sich außerdem für alle, die ein hochwertig verarbeitetes Premium-Toy mit einer möglichst geringen Lautstärke suchen.

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