Lovense Fizz im Test – wie fühlt sich die Stimulation an und für wen ist er geeignet?
Der Lovense Fizz ist ein zweiköpfiger Klitorisstimulator mit unterschiedlichen Stimulationsarten: Während eine Seite mit Luftdruckwellen arbeitet, erzeugt die andere rhythmische Klopfbewegungen. Möglich wird diese Kombination durch die von Lovense entwickelte TwinAir-Technologie.
In diesem Test schaue ich mir an, wie gut das ungewöhnliche Konzept in der Praxis funktioniert und gehe dabei unter anderem auf das Stimulationsgefühl und die Intensität ein. Außerdem erkläre ich dir, wie du den Fizz mit und ohne App bedienst.
- Zwei Stimulationsarten
- Mit App-Steuerung
- Bis zu 105 Minuten Akkulaufzeit
- 8 Intensitätsstufen + 4 Muster
- Wasserdicht (IPX7)
Unboxing & erster Eindruck
Die relativ kompakte Verpackung des Fizz ist kräftig pink und mit metallischen Akzenten versehen, die je nach Lichteinfall unterschiedlich schimmern. Das Design ist insgesamt recht schlicht und beschränkt sich auf die wichtigsten Produktinformationen und eine Abbildung des Toys. Offenbar hat Lovense inzwischen endgültig Abschied von der früher überwiegend weißen Farbgestaltung seiner Verpackungen genommen und setzt inzwischen bei all seinen Modellen auf dieses neue Farbkonzept.
Der Fizz macht einen hochwertigen ersten Eindruck. Die Oberfläche besteht größtenteils aus Silikon und fühlt sich sehr angenehm an. Am unteren Ende des Griffs befindet sich ein weißer LED-Ring aus galvanisiertem Kunststoff.
Mit einer Länge von 12,3 cm, einem Griffdurchmesser von 3,4 cm und einer Breite von 5,3 cm am Kopf fällt der Fizz deutlich kompakter aus, als es die Produktfotos zunächst vermuten lassen. Stimulatoren, die nach einem zumindest ähnlichen Prinzip funktionieren, etwa von Womanizer oder Satisfyer, sind in der Regel etwas größer. Trotzdem liegt der Fizz sehr gut in der Hand, und der runde Griff dürfte einen einfachen und schnellen Wechsel zwischen den beiden Stimulationsköpfen ermöglichen.
Anleitung zum Lovense Fizz
In den folgenden Abschnitten zeige ich dir Schritt für Schritt, wie du den Fizz auflädst, wie du ihn über die Tasten am Gerät und über die Lovense-App bedienst und was du bei der Anwendung beachten solltest.
Lovense Fizz aufladen
Zum Aufladen wird das magnetische Ladekabel an die Kontakte auf der Rückseite des Griffs angeheftet und anschließend mit einem USB-Anschluss verbunden. Während des Ladevorgangs leuchtet der LED-Ring und sobald der Akku vollständig geladen ist, geht das Licht aus. Die Ladezeit beträgt etwa 65 Minuten.
Steuerung über die Tasten
Zum Ein- beziehungsweise Ausschalten muss die Plus-Taste drei Sekunden lang gedrückt gehalten werden. Nach dem Einschalten genügt dann ein kurzer Druck auf Plus oder Minus, um zwischen den insgesamt 12 Modi zu wechseln. Diese setzen sich aus acht Intensitätsstufen und vier Mustern zusammen.
Die Bedienungsanleitung beschreibt den Zugriff auf die Muster etwas missverständlich. Dort heißt es, man müsse dafür beide Tasten drei Sekunden lang gedrückt halten. Das erweckt jedoch den Eindruck, als ließen sie sich ausschließlich auf diesem Weg aufrufen. Tatsächlich reicht es aber, die Modi mit der Plus-Taste ganz normal durchzuschalten. Nach dem achten Modus, also der höchsten Intensitätsstufe, folgt automatisch das erste der vier Muster. Das gleichzeitige Drücken von Plus und Minus ist lediglich eine Abkürzung, mit der sich unabhängig vom aktuell gewählten Modus direkt zum ersten Muster springen lässt. Außerdem genügt dafür ein kurzer Tastendruck – man muss sie nicht gedrückt halten.
Zudem fällt auf, dass sich der Fizz nach dem letzten Modus etwas anders verhält, als man es von einigen anderen Lovense-Toys kennt. Nach dem zwölften Modus folgt zwar der Standby-Modus, jedoch führt ein erneutes Betätigen der Taste nicht dazu, dass die Modusauswahl wieder von vorne beginnt. Wenn man zum ersten Modus zurückkehren möchte, muss man stattdessen mit der Minus-Taste komplett zurückschalten, was ich sehr unpraktisch finde.
Wer sich fragt, ob sich Saug- und Klopffunktion unabhängig voneinander steuern lassen, wird feststellen, dass das weder im Offlinebetrieb noch in der App möglich ist. Der Grund dafür liegt in der TwinAir-Technologie, die mit einem Einwegventilsystem arbeitet und daher nur einen Motor benötigt. Dass beide Stimulationsarten gleichzeitig aktiv sind, hat jedoch den Vorteil, dass man bequem zwischen ihnen wechseln kann, ohne die Stimulation unterbrechen oder eine Taste drücken zu müssen.
Steuerung über die App
Installiere zunächst die Lovense Remote App, aktiviere Bluetooth auf deinem Smartphone und schalte den Fizz ein. Nachdem du die App geöffnet hast, gehst du in der unteren Menüleiste auf „Toy“. In älteren App-Versionen ist dieser Menüpunkt noch nicht vorhanden. Dort erscheint die entsprechende Ansicht direkt auf der Startseite. Jetzt tippst du entweder oben rechts auf das Verbindungssymbol () oder auf die oberste Schaltfläche „Spielzeug hinzufügen“, woraufhin die Gerätesuche gestartet wird. Sobald der Fizz angezeigt wird, tippst du ihn an, um die Verbindung herzustellen. Anschließend kannst du eine Obergrenze für die Stimulationsintensität festlegen. So verhinderst du beispielsweise, dass die über die App abgespielten Modi die soeben eingestellte Maximalstärke überschreiten.
Direkt unterhalb des Intensitätsreglers gelangst du über „Settings“ zu weiteren Konfigurationsmöglichkeiten. Besonders umfangreich sind die Optionen für das LED-Licht (siehe Screenshots unten). Du kannst es ausschalten oder farblich anpassen. Außerdem stehen zahlreiche Leuchteffekte zur Auswahl, durch die es beispielsweise pulsiert, kreist oder blinkt.
Für den normalen Gebrauch würde ich das Licht allerdings ausschalten, um Akku zu sparen. Einen praktischen Nutzen bietet es eher für Webcam-Models oder bei der Fernsteuerung durch einen Partner, da es anzeigt, wann das Toy aktiv ist.
In den Einstellungen lassen sich außerdem die vier auf dem Gerät gespeicherten Muster durch andere ersetzen oder um weitere ergänzen. Bei den ersten acht Modi, also den Intensitätsstufen, kann hingegen nur die Intensität der ersten drei Modi angepasst werden. Dafür stehen übrigens 18 Abstufungen zur Auswahl, da sich die Intensität in der App deutlich feiner einstellen lässt als direkt am Gerät.
Zurück auf der Startseite des Menüpunkts „Toy“ stehen dir zahlreiche Steuerungsmöglichkeiten zur Verfügung. Neben verschiedenen Audio-Modi findest du dort ganz oben auch die Funktion „Remote“, mit der sich der Fizz in Echtzeit steuern lässt.
Es lohnt sich, die App in Ruhe zu erkunden, denn sie bietet noch deutlich mehr Funktionen als die hier genannten. Trotz ihres Umfangs ist sie übersichtlich aufgebaut, sodass man sich schnell zurechtfindet. Zudem erklären sich die meisten Funktionen weitgehend von selbst.
Benutzung und Reinigung
Den Klopfkopf kannst du genauso wie einen Auflegevibrator verwenden. Ob du ihn direkt auf der Klitoris oder leicht versetzt auflegst, hängt davon ab, was sich für dich angenehmer anfühlt. In den unteren Intensitätsstufen kann die Klopfbewegung allerdings ins Stocken geraten oder ganz stoppen, wenn man den Stimulationskopf zu fest gegen die Haut drückt. Deshalb sollte man ihn lediglich locker anlegen und keinen zusätzlichen Druck ausüben. Gleitmittel ist dabei kein Muss, kann das Gefühl aber etwas verändern.
Beim Saugkopf hingegen würde ich schon Gleitmittel verwenden. Es erleichtert das Positionieren der Öffnung und reduziert unangenehme Reibung. Wie bei einem Druckwellen- oder Schallwellenstimulator muss die Öffnung die Klitoriseichel vollständig umschließen, damit der gewünschte Effekt entsteht. Bevor du allerdings den Stimulationskopf aufsetzt, empfehle ich, den Fizz einzuschalten und auf die niedrigste Intensitätsstufe zu stellen. So kannst du leichter feststellen, ob er richtig sitzt, und merkst zugleich, ob dir die Intensität eventuell zu hoch ist. Sollte das der Fall sein, kannst du zunächst die Klopffunktion nutzen, um dich langsam an die Saugstimulation heranzutasten.
Nach der Anwendung kannst du das Gehäuse einfach mit Wasser und etwas milder Seife reinigen. Bei den beiden Stimulationsköpfen solltest du jedoch gründlicher vorgehen. Ich sprühe dafür immer Sexspielzeugreiniger direkt aufs runde Klopfelement sowie in die Druckkammer des Saugkopfs, schalte den Fizz auf die höchste Intensitätsstufe und tauche ihn anschließend kurz unter Wasser. In der mitgelieferten Kurzanleitung steht, man solle das Toy nach der Reinigung gut ausschütteln. Es spricht zwar nichts dagegen, aber für mich hat sich eine andere Methode als effektiver erwiesen: Ich lasse das Gerät so lange laufen, bis keine Wassergeräusche mehr aus seinem Inneren zu hören sind. Dann schalte ich es aus und trockne die Oberfläche vorsichtig mit einem fusselfreien Tuch ab.
Meine Bewertung des Lovense Fizz
Die beiden unterschiedlichen Stimulationsarten machen den Fizz ungewöhnlich, sagen allein aber noch wenig darüber aus, wie er sich in der Praxis schlägt. Entscheidend sind vor allem das Stimulationsgefühl, die Intensität, die Passform und die Lautstärke. Wie der Fizz in diesen Punkten abschneidet, erfährst du in den folgenden Abschnitten.
Stimulationsgefühl und Intensität
Um gleich ein Missverständnis auszuräumen: Auch wenn Lovense auf seiner Website immer wieder von „Saugkraft“ spricht, saugt der Fizz nicht aktiv. Der vermeintliche Sog entsteht vielmehr als Nebeneffekt der Bewegung des Klopfkopfs, die Luft im Inneren des Geräts verdrängt und dadurch einen Unterdruck erzeugt, der bewirkt, dass am gegenüberliegenden Stimulationskopf Luft angesaugt wird. Das fühlt sich allerdings nicht nur wie ein gleichmäßiger, statischer Sog an, da sich die Druckverhältnisse durch das schnelle Vor- und Zurückschwingen des runden Klopfelements fortlaufend verändern. Dadurch entstehen auch pulsierende Luftimpulse, die eher an einen Druckwellenvibrator erinnern, der ja ebenfalls mit einem Wechsel aus Druck und Unterdruck arbeitet. Die Klopffunktion hingegen fühlt sich ähnlich an wie ein klassischer Vibrator, wirkt durch das kleine Klopfelement jedoch deutlich punktueller.
Auch wenn manche die Klopffunktion vermutlich eher ergänzend einsetzen, etwa um sich langsam an die Saugstimulation heranzutasten, reicht ihre Intensität für mich persönlich aus, um einen Orgasmus zu erreichen. Sie lässt sich auch gut zum Edging nutzen, indem man bewusst zwischen beiden Stimulationsköpfen wechselt. So kann man die Erregung immer weiter steigern und den Höhepunkt gezielt hinauszögern, wodurch er am Ende noch intensiver ausfallen kann.
Was die Luftdruckstimulation angeht, ist sie trotz ihrer berührungslosen Funktionsweise doch sehr direkt, da man die Klitoris regelrecht freilegen und den Stimulationskopf so positionieren muss, dass seine Öffnung sie umschließt. Dadurch wirkt die Stimulation sehr fokussiert, tiefgehend und entsprechend intensiv. Im Vergleich zur Stimulation eines Druckwellenvibrators empfinde ich sie als etwas „aggressiver“ und deutlich stärker, weshalb sie mich eher an Lelos Schallwellentechnologie erinnert. Auf den höheren Intensitätsstufen ist der Fizz ungefähr so stark wie der Lelo Sona 3 Cruise, den ich erst neulich getestet habe, wenn nicht sogar stärker. Auf den niedrigen Stufen dagegen ist der Unterschied zu anderen kontaktlosen Stimulatoren enorm. Der Fizz startet bereits mit einer so hohen Intensität, dass hier ein sinnvoller Vergleich kaum möglich ist. Aus diesem Grund würde ich ihn Einsteigerinnen oder besonders empfindlichen Personen nicht empfehlen.
Passform des Saugkopfs
Der Rand der Öffnung gibt etwas nach, allerdings deutlich weniger, als manche Darstellungen im Internet vermuten lassen. Von seiner Festigkeit her ist er eher mit den Silikonaufsätzen von Womanizer vergleichbar. Das gilt auch für die ovale Form und die Größe von etwa 1,2 × 1,8 Zentimetern. Damit bietet die Öffnung ausreichend Platz für eine normalgroße Klitoris, während der etwas nachgiebige Rand angenehm auf der Haut liegt und für eine gute Abdichtung sorgt.
Lautstärke
Da beim Fizz aufgrund des Einwegventilsystems die Saug- und die Klopffunktion immer gleichzeitig aktiv sind, hatte ich eigentlich mit einer höheren Lautstärke gerechnet. Tatsächlich bewegt er sich im Vergleich zu ähnlichen Stimulatoren jedoch ungefähr im Mittelfeld. Umso mehr überrascht mich, dass online immer wieder bemängelt wird, dass der Fizz sehr laut sei. Ich vermute allerdings, dass solche Einschätzungen häufig von Personen stammen, die bislang keine oder nur wenige Sextoys ausprobiert haben und denen daher die nötigen Vergleichsmöglichkeiten fehlen. Da ich aus Erfahrung weiß, wie laut manche Toys tatsächlich sein können, halte ich die Bezeichnung „sehr laut“ beim Fizz nicht für zutreffend. Schließt man die Zimmertür, ist er von außen nicht zu hören.
Fazit: Für wen ist der Lovense Fizz geeignet?
Zunächst stellt sich natürlich die Frage, ob der Fizz auch für Einsteigerinnen geeignet ist. Auch wenn Lovense das im FAQ auf seiner Website klar mit Ja beantwortet, würde ich dem widersprechen. Wenn du bisher keine Erfahrung mit dieser Art von Klitorisstimulator hast, ist der Fizz meiner Meinung nach nicht das ideale Einstiegsmodell. Schon auf der niedrigsten Stufe ist die Stimulation so stark, dass sie für empfindliche Personen eher unangenehm als lustvoll sein kann. Für Einsteigerinnen sind deshalb Druckwellenvibratoren von Womanizer wie der Premium 2 oder ganz besonders der Next die bessere Wahl. Beide bieten 14 Intensitätsstufen und sind auf den unteren Stufen deutlich sanfter.
Erfahrene Nutzerinnen hingegen dürften die hohe Intensität des Fizz ebenso zu schätzen wissen wie alle, die generell eine intensive und direkte klitorale Stimulation bevorzugen. Darüber hinaus eignet er sich aufgrund der App-Steuerung und der sehr zuverlässigen Bluetooth-Verbindung gut für Paare in Fernbeziehungen und für Cam-Models. Letztere profitieren zusätzlich vom LED-Lichtring, an dem die Zuschauer während einer Live-Show erkennen können, wann die Stimulation aktiv ist. Das kann zu einer stärkeren Beteiligung des Publikums und somit zu mehr Trinkgeldern führen. Allerdings muss ich sagen, dass der Lush 4 und der Domi 2 aufgrund ihrer längeren Akkulaufzeit etwas besser fürs Camming geeignet sind.
Zu guter Letzt ist der Fizz natürlich ideal für alle, die sich mehr als eine Stimulationsart in einem Gerät wünschen und neugierig auf seine ungewöhnliche Klopffunktion sind. Sie sorgt nicht nur für Abwechslung, sondern eignet sich meiner Erfahrung nach besonders gut zum Edging. Unterm Strich ist der Fizz damit weniger ein sanftes Einsteigermodell als vielmehr ein kraftvoller, vielseitiger Klitorisstimulator für erfahrene und experimentierfreudige Nutzerinnen.
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